Nach “Mafia-Mord” an Journalistin: Zehn Verdächtige festgenommen

Im Oktober wurde die regierungskritische Journalistin Daphne Caruana Galizia durch eine Autobombe auf Malta getötet. Nun hat die Polizei zehn Verdächtige in Untersuchungshaft



Die investigative Journalistin und Bloggerin, welche unter anderem für die „Sunday Times of Malta“ und „The Malta Independent“ schrieb, wurde mit 53 Jahren Opfer eines grausamen Verbrechens. Die Tat, welches weltweites Aufsehen erfuhr, ereignete sich vor circa sechs Wochen. Die Journalistin, welche auch in Bezug auf das organisierte Verbrechen recherchiertem, wurde durch eine Autobombe zerfetzt. Diese heimtückische Tat ereignete sich nur wenige Meter von ihrem Haus im maltesischen Bidnija entfernt.  

Great Siege Monument and temporal Daphne Caruana Galizia Monument 07

Great Siege Monument and temporal Daphne Caruana Galizia Monument // By Continentaleurope (Own work) [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

Premierminister Joseph Muscat gibt Festnahme von Verdächtigen bekannt

Via Twitter gab der maltesische Premierminister den Erfolg der Ermittlungen und die Festnahme von 10 mutmaßlichen Tätern bekannt.  Diese seien bereits einige Zeit beobachtet worden und müsen nun innerhalb von 48 Stunden befragt werden. An den Ermittlungen seien das FBI, Europol und finnische Sicherheitsbehörden beteiligt gewesen. Warum die Finnen involviert waren, war zunächst unklar. Einige der Verdächtigen sollen polizeibekannt gewesen sein. Die Regierung hatte eine Million Euro Belohnung für Hinweise auf die Täter ausgesetzt.

„Mafiamord“

Aufgrund des hohen Profils des Opfers und der komplexen Planung des Mordes wird in den internationalen Medien auch von einem Mord im Stile der Mafia geschrieben. Der Anschlag schockiert die Menschen auf Malte und es kam zu ausgeweiteten Protesten gegen Korruption und gegen die Unterwanderung des politischen Systems durch Kriminelle. Unter Anderem die Journalistenorganisation „Reporter ohne Grenzen“ fordert eine von der maltesischen Regierung eine lückenlose Aufklärung des Falles. In der Vergangenheit hatte Galizia auch Enthüllungen über die Regierung des Premierministers Muscats veröffentlicht. Der grünen-Europaparlamentarier Sven Giegold sagte erst vergangener Woche bei einem Besuch auf Malta, dass er im Gespräch mit Polizeibeamten einen „hohen Grad an Unwillen zu ermitteln und Inkompetenz“ festgestellt hat. „Intern gibt es einfach ein jahrelanges Versagen, hochrangige Fälle von Korruption und Wirtschaftskriminalität aufzuklären oder zu bestrafen.“ 

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